Ayurveda - dem Ölguss die Stirn bieten

Ölgüsse und Massagen gehören zu den beliebtesten ayurvedischen Anwendungen.

Vom Süden Indiens haben sich Ayurveda-Anwendungen inzwischen in Wellnesshotels und Spas auf der ganzen Welt verbreitet. Doch Ayurveda ist mehr als nur ein Entspannungstrend, sondern eine Lehre, die auch medizinische Hilfe geben will.

Der Begriff Ayurveda setzt sich aus den Sanskrit-Worten „Ayu“ für Leben und „Veda“ für Wissen und Lernen zusammen. Teil dieser uralten Lehre ist eine Vielzahl von Behandlungen. Dazu gehören zum Beispiel eine spezielle Form der Ernährung und die Verwendung entsprechender Öle, das Trinken ayurvedischer Tees, entspannende und belebende Massagen sowie Yoga und Meditation. Neben dem Wissen über die sieben menschlichen Konstitutionstypen (Vata, Pitta, Kapha und Mischformen) spielt in Indien bei der medizinischen Versorgung auch die Kräutermedizin eine entscheidende Rolle. Fühlt sich jemand krank, hilft dort häufig kein Schulmediziner, sondern der ayurvedische Arzt.


Entstehung des Maharishi Ayurveda

Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts erlebte die Lehre einen Boom im Westen. 1984 entstand in Iowa (USA) in Kooperation mit der indischen Maharishi International University das erste ayurvedische Gesundheitszentrum in einem westlichen Land.
Viele Lehren und Anwendungen wurden seit dieser Zeit auf einen einheitlichen Nenner gebracht, weshalb man die ganzheitliche, standardisierte Form heute auch als Maharishi Ayurveda bezeichnet.


Balance von Körper und Geist

Wichtig im ayurvedischen Sinn ist der Einklang von Körper und Geist. Diese Balance kann durch zahlreiche Faktoren gestört werden – zum Beispiel durch falsche Ernährung oder Stress. Solche Störfaktoren können der Lehre nach Krankheitssymptome auslösen, die bekämpft werden wollen – etwa mit der richtigen Ernährung oder Entspannungsmethoden.
Vielleicht wegen ihrer Schnelllebigkeit sind in der westlichen Welt besonders die Massageformen und Ölgüsse beliebt. Sie gehören zu den Reinigungs- und Regenerationstherapien (Pancha Karma) des Ayurveda. Abhyanga zum Beispiel heißt die klassische Massage. Dabei wird der Körper mit ayurvedischen Ölen – entsprechend des jeweiligen Konstitutionstyps – massiert, oft auch von zwei Therapeuten.


Buttermilch und warmes Öl

Das Juwel der Körperbehandlungen sind die Körpergüsse (Dharas). Ayurvedische Öle oder erfrischende Buttermilch werden hier mit Schwämmen oder in speziellen Gefäßen sanft in den Körper eingearbeitet. Bekannt ist der Shirodhara Stirnölguss, bei dem zwanzig Minuten ein warmer Ölstrahl auf die Stirn fließt und für Tiefenentspannung sorgt. Stirngüsse werden gegen Verspannungen, Stress und Nervosität eingesetzt.
Bei der Garshan-Ganzkörpermassage wiederum wird mit einem Rohseidenhandschuh massiert, der wie ein feines Peeling wirkt. Äußerlich wirkt die Haut danach weich, zart und gut durchblutet.

Die Füße lassen sich bei der Padabhyanga-Fußmassage verwöhnen. Sie werden zunächst gebadet und anschließend mit warmem Sesamöl massiert. Weil verschiedene Reflexzonen bearbeitet werden, kann die Fußmassage Kopfschmerzen lindern und Energieblockaden lösen.