Therapie mit der heilenden Kraft des Wassers

Trinkkuren mit Heilwasser kann man auch zu Hause durchführen.

In der Balneotherapie kommen Heilwässer innerlich und äußerlich zur Anwendung

Die heilende Wirkung des Wassers ist so elementar und so umfassend wie kaum eine andere Therapie. Wasser wird bei Trinkkuren und zur Inhalation angewendet, kommt in der Thermotherapie zum Einsatz und dient als Grundlage für Badekuren aller Art.

Zur Orientierung dient die Unterteilung in Hydro- und Balneotherapie. Zur Hydrotherapie zählt man alle Anwendungen mit „normalem“ Wasser, also zum Beispiel Kneippsche Güsse, Wassertreten, Wickel oder kalt-warme Wechselbäder. In der Balneotherapie kommen spezielle Heilwässer zum Einsatz, aber auch Heilgase, Peloide (Schlamm, Moor) und klimatische Faktoren.

Eine besondere Form der Balneotherapie ist die Thalassotherapie, bei der alle heilenden Faktoren des Meeres kombiniert werden: Wasser, Luft und Licht. Klassische Thalasso-Anwendungen umfassen Packungen mit Algen und Schlick, warme und kalte Meerwasserbäder, Meersalz-Peelings, Inhalationen mit Aerosol, Wassergymnastik und Massagen.


Gesund trinken

Die moderne Balneotherapie beurteilt und klassifiziert die Wirkung von Heilquellen nach ihren Inhaltsstoffen. So haben Mediziner bereits Anfang des 20. Jahrhunderts für verschiedene Heilwässer Mindestgehalte an natürlich auftretenden Inhaltsstoffen festgelegt. Sie müssen pro Liter mindestens ein Gramm gelöste Mineralstoffe aufweisen. Für bestimmte Indikationen sind höhere Konzentrationen erforderlich.

Heilwässer haben tatsächlich heilendes Potenzial, sie besitzen nachweisbare therapeutische Wirkungen haben, die „zur Prävention, kurativen Therapie und Rehabilitation genutzt werden“, so lauten die Bestimmungen. So regt sulfatreiches Heilwasser das Verdauungssystem an, hilft bei Darmproblemen und und kann Diäten unterstützen. Auch Harninfekte werden damit erfolgreich behandelt.

Kalziumreiches Wasser unterstützt die Remineralisierung der Knochen und ist ideal zum Vorbeugen oder Behandeln von Osteoporose, magnesiumreiches Wasser hilft bei Stress und Migräne. Hydrogencarbonathaltiges Heilwasser wird unter anderem bei Typ-2-Diabetes eingesetzt, denn es steigert die Empfindlichkeit für Insulin.

Mit Heilwässern kann man auch zu Hause Trinkkuren durchführen. Dazu sollte man über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen täglich einen bis 2,5 Liter Heilwasser trinken.


Gesund baden

Mit Badekuren werden zum Beispiel Beschwerden des Bewegungsapparates, der Haut oder der Atemwege kuriert. Beispiele laut Angaben des Kneippärztebundes: Kohlensäurebäder fördern die Durchblutung der Haut und wirken sich günstig auf die Herzgefäße und die Regulation des Kreislaufs aus.

Bei Schwefelbädern lassen sich positive biochemische Reaktionen in der Haut nachweisen, die die Körperabwehr beeinflussen können. Salz- und Solebäder verstärken die Wirkung von UV-Strahlung und können sich bei bestimmten Hauterkrankungen günstig auswirken. Zudem fördern sie die Sekretion und reinigen die Schleimhäute entlang der Atemwege und des Nasen-Rachenraumes.

Der Auftrieb in einem Sole-Bad ist besonders hoch, der Körper wird daher unter Wasser stark entlastet. Das ist gut für Gelenke und Muskeln, zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen oder bei Anschlussheilbehandlungen nach Knochenbrüchen.